Zum Tod von Kardinal Sterzinsky
Geschrieben von: P. Hans-Georg Löffler, ofm   
Liebe Schwestern und Brüder,

zwei Nachrichten haben in dieser Woche das Leben unseres Erzbistums bewegt.

Die Nachricht vom Tod unseres Alt-Erzbischofs Kardinal Sterzinsky – und die Veröffentlichung des Namens des neuen Erzbischofs von Berlin.

 

Zum Tod Kardinal Sterzinskis schreibt Diözesanadministrator Weihbischof Matthias Heinrich:
“Christus, der das Leben ist, hat unseren emeritierten Erzbischof Georg Kard. Sterzinsky am Donnerstag, dem 30.06.2011, nach langer Krankheit heimgerufen. Im festen Glauben an die Auferstehung bleiben wir dem Verstorbenen über den Tod hinaus verbunden. In unserer Kathedrale liegt bereits jetzt ein Kondolenzbuch aus. Ab Mittwoch wird der Leichnam des Kardinals in der Kathedrale aufgebahrt. Die Kathedrale ist dafür täglich von 10h-17h geöffnet. Das Requiem für den verstorbenen Erzbischof feiern wir am Samstag, dem 9. Juli 2011 um 15h in der St. Hedwigs-Kathedrale. Ganz herzlich und eindringlich lade ich zur Mitfeier ein.“

 

Das Wirken Kardinals Sterzinskys wurde schon an vielen Stellen, auch in den Medien gewürdigt. Es ist interessant, wie ein Mensch nach seinem Ableben gesehen wird – für welche Dienste, für welches Engagement jemand geschätzt wird. Auch bei Kardinal Sterzinsky kamen in den Berichten Seiten auf, die im normalen Alltag eher weniger bewusst waren, sein Einsatz für Migranten zum Beispiel oder sein Einsatz für die Ökumene.

Ein nicht leicht zu nehmender Mensch, manchmal schwierig im Umgang, scheu; sehr geprägt von seiner Kindheit, Kriegs- und Nachkriegserfahrungen; er hatte nicht allein durch die Finanzkrise des Erzbistums und die Umsetzung des Pastoralplanes 2009 einen schweren Stand in dieser Stadt; im Alter ein Mensch, so erinnere ich mich, der bemerkenswert gut mit Kindern umgehen konnte: in den Katechesen zum Diözesan-Erstkommunionkindertag in St. Ludwig, zu dem er vor fünf Jahren zum ersten mal eingeladen hatte – und zu dem er jedes Jahr wieder kam – ging er ganz schlicht auf die Kinder ein und es war ihm eine sichtbare Freude, diese Katechesen mit den Kindern zu halten und unter den Menschen zu sein.

In der Lesung haben wir gehört:
“Wenn der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat,
auch euren sterblichen Leib lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.“

Das ist unser christlicher Glaube.

Dafür ist Kardinal Sterzinsky eingetreten.

Dafür hat er mit seinem ganzen Leben gestanden.

Möge sich an ihm nun erfüllen, woran er geglaubt und worauf er vertraut hat.

 

Die zweite Nachricht, die unser Erzbistum bewegt ist die Nennung des neuen Erzbischofs von Berlin – Dr. Rainer Maria Woelki – bisher Weihbischof in Köln. Mit Dompropst Stefan Dybowski möchte ich dazu aufrufen, den neuen Erzbischof herzlich aufzunehmen. Auch hier wird in den Zeitungen schon viel dazu geschrieben und kommentiert – lassen wir ihn erst einmal ankommen, geben wir ihm die Chance, in Berlin heimisch zu werden, unser Erzbistum kennenzulernen – und begleiten wir ihn mit unseren Gebeten. Amen.

 
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