| Allerheiligenfest 2011 |
| Geschrieben von: P. Hans-Georg Löffler, ofm |
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Liebe Schwestern und Brüder,
es hat schon etwas von einem besonderem Selbstbewußtsein, wenn Paulus in seinen Briefen die Adressaten häufig als „die Heiligen“ anspricht. „Heilige“ sind sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Christus! Ikonen Gottes, durch sie strahlt Gottes Liebe in die Welt.
„Heilige“ sind sie nicht aufgrund ihres Umgangs miteinander oder ihrer Lebensführung – Paulus läßt es sich nicht nehmen, diese immer wieder auch deutlich zu kritisieren. Und doch bleiben sie „die Heiligen“ der christlichen Gemeinden, denen er seine Briefe widmet, die er grüßen läßt. Ein besonderes Selbstbewußtsein. Ein Ziel – „heilig“ zu sein, es an zu erkennen, dass mir durch die Taufe die Zugehörigkeit zu Christus geschenkt ist, und: „heilig“ zu werden, wenn Denken, Reden und Handeln übereinstimmen; wenn die Bergpredigt Maßstab für mein Leben wird: · arm bleiben im Geiste: mich beschenken lassen können. · wirklich trauern können, um Verstorbene, die mir lieb und teuer waren; trauern können um Enttäuschtes, das ich nicht vergessen kann; oder um die eigene Beschaffenheit – ich bin wie ich bin; · gewaltfrei leben – gewaltfreie Rede, gewaltfreie Gedanken: auch beim Auto- oder Fahrradfahren, auch gegenüber anderen Meinungen oder Lebensentwürfen – ohne Gewalt; · Gerechtigkeit einfordern, Gerechtigkeit üben; · Barmherzig werden, damit auch an mir barmherzig gehandelt wird; · Ein reines Herz haben – frei sein, lauter sein, ausgesöhnt; · immer wieder neu bereit sein, Frieden zu stiften, dem Guten zu vertrauen, Menschen zusammen führen, vermitteln; · die Verfolgung nicht scheuen – Unverständnis, Klischeedenken, Häme gegenüber den christlichen Kirchen, ja der „Religion“ als solcher gegenüber werden streckenweise aggressiver, schärfer – ich gehe mit Christus den Weg, ich bleibe mir treu und dem, woraus ich lebe.
Liebe Schwestern und Brüder, um heute als Christen zu leben brauchen wir wohl verstärkt ein besonderes Selbstbewußtsein, das Bewußtsein der Heiligen– nicht selbstherrlich, selbstgenügsam oder exklusiv, das steht uns als Kirche sicherlich nicht zu – aber als diejenigen, die aus der Nähe zu Christus leben, mit ihm und durch ihn. Amen. |