| Meditationsimpuls aus der Krypta St. Albertus-Magnus |
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(Impuls-Texte aus zurückliegenden Meditationen in der Krypta) für Februar 2012 Halte deine Seele in Frieden. Lass Gott in dir wirken. Heiße Gedanken willkommen, die deine Seele zu Got empor tragen. Mach das Fenster deiner Seele weit offen. Ignatius von Loyola (1491-1556) zugeschrieben, baskischer Mönch, Gründer der Jesuiten
für Januar 2012 Ich will vor dem Morgen stehen, ungewiss, ohne Sicherheit, wie vor einem leeren Feld, und will den Tag bebauen, dass er mir blühendes Unkraut bringe und Frucht wie es kommt. Meister Eckart (1260-1328) zugeschriebener Text
für Dezember 2011 Das Pferd macht den Mist im Stall, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so zieht dasselbe Pferd doch den Mist mit großer Mühe auf das Feld, und daraus wächst sodann schöner Weizen und der edle, süße Wein, der niemals wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist - das sind deine Gebrechen, die du nicht abtun, ablegen, noch überwinden kannst - mit Mühe und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Es wächst ohne allen Zweifel in einer demütigen Gelassenheit köstliche, wohlschmeckende Frucht daraus. Johannes Tauler, Straßburger Dominikaner und Mystiker, ~1300 - 1361
für November 2011 Alles was in Gott ruht, ist mit ihm identisch, denn seine unendliche Einfachheit lässt keine Spaltung und keinen Unterschied zu. Darum kann ich nicht hoffen, mich selbst anderswo zu finden, als in ihm. Thomas Merton, +1968, Trappistenmöch, Novizenmeister
für Oktober 2011 Am Ende wenn du glaubst gesiegt zu haben, findest du dich als Verlierer....... Gerettet wirst du im Verlieren. Aegidius von Assisi (+ 22.4.1262), einer der ersten Gefährten von Franziskus
für September 2011 Ein Lächeln von Schalkheit ergoss sich über den Himmel, als du mein Herz in Lumpen kleidetest und es hinaus sandtest auf die Straßen zu betteln. Es ging von Tür zu Tür und manch einmal, wenn seine Bettelschale fast voll war, wurde es beraubt. Am Ende des beschwerlichen Tages kam es an deine Palastpforte und hielt dir seine klägliche Schale hin und du kamst und nahmst es bei der Hand und setztest es neben dich auf deinen Thron. Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter und Philosoph, Nobelpreis Literatur 1913
für August 2011 Biblische Wahrheit ist eine Person.... Es ist jene Liebesbeziehung, die wir nicht nur zur Person Gottes aufnehmen, sondern zu jeder Person, die uns begegnet. In dieser Liebesbeziehung ereignet sich Wahrheit. Es ist die Wahrheit über Gott und die Wahrheit über uns. Richard Rohr OFM, *1943
für Juli 2011 Das Paradies findet man nicht in den Tropen, wie noch Columbus glaubte, und auch nicht in den "Tropenparadiesen", die von den Reisebüros angepriesen werden. Das Paradies liegt nicht in Florida und nicht in Miami Beach, sondern auf Golgatha. "Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein." Der Dieb hatte zu Christus von dessen Königreich gesprochen: "Denk an mich, wenn du in deinem Königreich bist." Christus aber antwortet ihm mit dem Wort "Paradies". Ernesto Cardenal, *20.1.1925, kath. Priester, u.a. Friedenspreis des dt. Buchhandels
für Juni 2011 Rabbi Sussja sagte kurz vor seinem Tode: In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen "Warum bist du nicht Moses gewesen?" Man wird mich fragen: "Warum bist du nicht Sussja gewesen?" Der chassidische Rabbi Sussja von Annipole lebte bis 1800 für Mai 2011 In dir lebt die Sehnsucht. Sie treibt dich hinaus aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge deiner gewohnten Umgebung. Immer lockt das Andere, das Fremde. Doch alles Neue, dass du unterwegs siehst und erlebst, kann dich niemals ganz erfüllen, denn deine Sehnsucht ist größer. Im Grunde deines Herzens suchst du ruhelos den ganz Anderen. Alle Wege, zu denen du aufbrichst, zeigen dir letztlich an, dass dein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg, zu Ihm, Gott. nach Aurelius Augustinus (354-430), in seinen "Bekenntnisse"
für April 2011 Es steht geschrieben: Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer (Hebr 12,29) Die, die zu Gott gehen, haben am Anfang Kampf und vielerlei Beschwerde, dann jedoch ist ihre Freude unaussprechlich. Wie nämlich diejenigen, die ein Feuer anzünden wollen, zuerst vom Rauch belästigt werden und weinen müssen und auf diese Art das Gewünschte erreichen - so müssen auch wir das göttliche Feuer in uns entfachen mit Tränen und Mühen. Amma Synkletika, aus der Überlieferung der Wüstenväter (3./4. Jahrhundert)
für März 2011 Es ist mit dieser Erkenntnis des Lebens wie mit einem Menschen der am Fenster sitzt und schaut, wie der März-Wind die dunklen Wolken am Himmel vorbeijagt: Wie traurig, wie öde, sagt er, weiter kommt er nicht. Zur selben Zeit arbeitet ein Arbeiter auf dem Felde - er sieht, wie der Wind die Wolken jagt, aber er erfasst mehr. Er erfasst den lebendigen Hauch, er spürt das Leben, dass sich allenthalben regt, die sieghafte Kraft, die nicht aufzuhalten ist. Er allein hat den März-Wind verstanden, weil er als Arbeiter auf dem Felde stand. Albert Schweitzer (1875-1965), ev. Pastor, Arzt, Friedensnobelpreisträger für Februar 2011 Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen leg ich meinen Tag in Deine Hand. Sei mein Gestern, das ich überwand. Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen - bin in Deinem Mosaik ein Stein. Wirst mich an die rechte Stelle legen - Deinen Händen bette ich mich ein. Edith Stein, Karmeliterin, zugeschrieben, *1891, am 9.8.1942 im KZ Auschwitz ermordet
für Januar 2011 Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du wärest ewiglich verloren. Angelus Silesius (1624 - 1677) für Dezember 2010 (Auch) du wirst erst in Gott zum Sein gelangen. Er wird dich in seine Scheuer einbringen, wenn du langsam geworden bist, wenn du aus deinen Taten geformt wurdest. Denn der Mensch, siehst du, bedarf einer langen Zeit für seine Geburt. Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944)
für November 2010 Wenn Gott dich bereit findet, so muss er wirken und sich in dich ergießen. Es ist wie bei der Luft: Ist sie lauter und klar, so muss das Sonnenlicht sie durchströmen. So wäre es sicher ein großer Mangel bei Gott, wenn er nicht große Werke in dir wirkte und wenn er nicht großes Gut in dich hineingösse, sobald er dich frei und offen findet. Meister Eckhart (1260 - 1328)
für Oktober 2010 Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken, alles geht vorrüber, Gott bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. Wer Gott besitzt, dem kann nichts fehlen. Erst Gott allein genügt.* Theresa von Avila ( 1515 - 1582) * im spanischen Original: "Solo Dios basta"
für September 2010 Siehst du nicht, dass dieses ganze Haus der Welt für dich gemacht ist? Das Licht geht in dich ein und vertreibt die Finsternis, die dich umgibt. Für dein Wohl wurde die Nacht eingeführt, für dich der Tag abgemessen. Für dich wurde der Himmel mit den vielfältigen Strahlen von Sonne, Mond und Sternen erhellt, für dich die Erde mit Blumen, Baumpflanzungen und Früchten ausgemalt. Für dich wurde in der Luft, auf dem Felde und im Wasser lückenlos die wunderbare Menge der Lebewesen geschaffen, damit keine traurige Einsamkeit die Freude an der neugeschaffenen Welt zerstört. Petrus Chrysologus (*um 380, +451), war Bischof von Ravenna und wird in der kath. Kirche als Kirchenlehrer verehrt.
für August 2010 Mein Haus sagte zu mir: Khalil Gibran (1883 - 1931) für Juli 2010 Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst wenn du in deinem Leben nichts getan hast, außer dein Herz zurückzubringen, es wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen, obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest: Dann hast du dein Leben wohl erfüllt. Franz von Sales (*1566, +28.12.1622) für Juni 2010
Alles, was du außerhalb deiner selbst aufbaust, wird wie ein Staubhaufen sein, der jedem Wind preisgegeben ist. Fang also damit an, über dich selbst nachzudenken, und nicht nur dies: Lass dein Nachdenken auch bei dir selbst zum Abschluss kommen. Wohin deine Gedanken auch schweifen mögen, rufe sie zu dir selbst zurück und du erntest Früchte des Heils. Sei du für dich der erste und der letzte Gegenstand des Nachdenkens. Bernhard von Clairvaux *1090, †1153
für Mai 2010 Charaktermängel, Versagen und Verwundungen waren und sind in meinem Leben so zahlreich, dass ich zu nichts anderem käme, würde ich ständig darauf achten. Ich habe eines Tages mit Jesus ausgemacht, dass ich mich seiner Anliegen annehmen will und er sich dafür meiner Anliegen annehmen möge. Das war der beste Tausch meines Lebens.
Zitat eines unbekannten Priesters in “Die erste Liebe“, von Gertrud Rességuier, Theologin
für April 2010
Deinen eigenen Weg, du sollst ihn befolgen. Deine eigene Wahrheit, du sollst sie lernen. Deinen eigenen Tod, du sollst ihn ertragen.
Dag Hammarskjöld (Friedensnobelpreisträger, UN-Generalsekretär, *1905, +18.9.1961 vermutlich durch Attentat) für März 2010
Dass du Gott brauchst, mehr als alles, weißt du allezeit in deinem Herzen; aber nicht auch, dass Gott dich braucht, in der Fülle seiner Ewigkeit dich? Wie gäbe es den Menschen, wenn Gott ihn nicht brauchte, und wie gäbe es dich? Du brauchst Gott, um zu sein, und Gott braucht dich – zu dem, was der Sinn deines Lebens ist. Martin Buber (*1878, †1965), in „Ich und Du“, 1983 Gütersloher Verlagshaus
für Februar 2010
Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel. So jung wie dein Selbstvertrauen, so alt wie deine Furcht. So jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit. Solange die Botschaften der Schönheit, Freude, Kühnheit und Größe dein Herz erreichen, solange bist du jung. Albert Schweitzer (1875-1965)
für Januar 2010
All shall be well and all shall be well and all manner of thing shall be well. = Alles wird gut sein und alles wird gut sein und alle Dinge die es gibt, werden gut sein.
Juliana von Norwich (1342 – 1413), englische Mystikerin, Zitat eingraviert auf dem Grabstein des 1987 verstorbenen Jesuiten und Meditationslehrers Athony de Mello für Dezember 2009
Tief innen in unserer Seele, dort wo die Träume wohnen, im Dunkel unseres Unterbewusstseins, in den Tiefen der Persönlichkeit, in diesem intimsten Bereich, der sich keinem mitteilt, an den Quellen der Träume, der Mythen und der Liebe, dort ist der Raum, in dem Gott Wohnung nehmen möchte. Ernesto Cardenal in: Das Buch von der Liebe für November 2009
Einmal erschien einem Bruder der Teufel. Verkleidet war er als Engel des Lichtes und sprach: „Ich bin der Engel Gabriel und zu dir gesandt!“ Der Bruder aber antwortete: „Schau, ob du dich nicht vertan hast und eigentlich zu jemand anderem gesandt bist. Ich bin ja nicht würdig, dass mir ein Engel gesandt würde.“ Und sogleich verschwand der Teufel.
Aus der Überlieferung der Wüstenväter (3./4. Jahrhundert) für Oktober 2009
Franziskus saß eines Wintertages auf der Schwelle der Kapelle Portiuncula und sonnte sich. Da kam ein Jüngling herbeigelaufen und fragte atemlos: „Wo ist Franziskus? Wo ist der neue Heilige, dass ich ihn zu Füssen falle? Seit Monaten suche ich ihn auf allen Straßen. Um der Liebe Christi willen, mein Bruder, wo ist er?" „Wo Franziskus ist?" versetzte er selbst, den Kopf schüttelnd. „Was ist Franziskus? Auch ich mein Bruder, suche ihn. Seit Jahren suche ich ihn. Gib mir deine Hand. Lass uns ihn finden!" Er stand auf, nahm den jungen Mann bei der Hand und sie machten sich auf den Weg. Franziskanische Überlieferung für September 2009
Alle Tage rufen und schreien wir im „Vaterunser": „Dein Wille geschehe!" Wenn dann sein Wille wirklich geschieht, so wollen wir zürnen und sein Wille gefällt uns nicht. Doch was immer er tut, sollte uns am allerbesten gefallen. Wer sein Tun als das Beste annimmt, der bleibt in jeder Hinsicht im vollkommenen Frieden. Aber bisweilen denken wir: Ach, wäre es nur anders gekommen, so wäre es besser... Solange du so denkst, solange bekommst du keinen Frieden! Du solltest es annehmen als das Allerbeste. Meister Eckhart (1260 - 1328)
für August 2009
Da kommen denn viele Leute und erdenken sich mancherlei Wege, um zu diesem Ziel zu gelangen: Die einen wollen ein Jahr lang von Wasser und Brot leben, christliche Meditation in Berlin , katholisch Kotemplation die anderen eine Wallfahrt machen, bald dies, bald das. Ich nenne dir den einfachsten und kürzesten Weg: Geh in deinen Grund und prüfe, was dich am meisten hindert, dich am meisten von der Erreichung des Zieles zurück hält; darauf richte deinen Blick. Diesen Stein dann wirf in eines Flusses Grund. katholische kotemplation, christliche meditation in berlin
Johannes Tauler (1300 -1361)
für Juli 2009 Eines Tages entfloh dem alten Bauern sein Pferd von der Feldarbeit. Alle Nachbarn seines Dorfes bedauerten ihn, er aber sagte: „Pech? Glück? Wer weiß?" Eine Woche später kehrte der Gaul mit einer Horde Wildpferden aus den Bergen zurück. Die Nachbarn des Bauern waren außer sich und beglückwünschten ihn zu seinem Glück. Er aber meinte „Pech? Glück? Wer weiß?". Als sein einziger Sohn in den darauffolgenden Tagen versuchte, eines der Wildpferde zuzureiten, stürzte er und zog sich einen komplizierten Beinbruch zu. Jeder hielt das für ein großes Unglück, nicht jedoch der Bauer selber:„Pech? Glück? Wer weiß?". Ein paar Wochen später marschierte die kaiserliche Armee durchs Dorf und zwangsrekrutierte jeden jungen Mann der Gegend, nur den untauglichen Bauernsohn mit dem gebrochenen Bein ließ man zurück.............„Pech? Glück? Wer weiß?" Erzählt von Anthony de Mello SJ
für Juni 2009 Der Ruf Gottes ist eine Unzufriedenheit in uns. Sein Ruf ist nicht oberflächlich und erscheint uns darum unklar, denn wir bewegen uns immer wieder auf der Oberfläche unseres Selbst, dort, wo man sich mit Worten verständigen kann. Der Ruf aber ist tief, weil Gott auf dem Grund unseres Wesens wohnt. Und seine Stimme ist ein Schweigen... Weil Du, Gott, auf dem Grund meiner Seele wohnst, ist meine Seele unendlich und nichts kann sie füllen, als Du allein.... Nach Ernesto Cardenal in „Das Buch von der Liebe"
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