Höre auf, etwas wissen zu wollen.
Es reicht, dass du dich von einem Etwas freudig bewegt fühlst,

von dem du nicht weißt, was es ist.
Du bist dir nur bewusst,

dass du bei diesem Impuls an nichts denkst,

was weniger ist als Gott,
und dass dein Verlangen frei ist von Eigeninteresse

und ohne Umwege unmittelbar

auf ihn gerichtet bleibt.

Aus „Die Wolke des Nichtwissens“ – ein christlich-mystischer Text aus England um 1390.
Das biblische Bild, das der Schrift ihren Namen gegeben hat, ist die Wolke am Gipfel des Gottesberges Sinai, innerhalb derer Moses Gott erfahren durfte (Exodus 16,10).