Meditation zu Johannes 21,18

Meditation zu Johannes 21,18

„Ein anderer wird dich gürten und führen“, wird uns gesagt,
wenn wir ins letzte Drittel unseres Lebens einsteigen.
Ein anderer wird uns gürten und zum Aufbruch mahnen.
Der Tod ist ein so wichtiges Ereignis wie das Geborenwerden.
Er ist in Wirklichkeit wieder eine Geburt.
Wir sollten vor allem auf das Neue schauen, das vor uns liegt.
Manche meinen, sie hätten sich diesen Platz auf Erden ausgesucht, um zu reifen.
Nicht wir haben uns den Platz ausgesucht, Gott hat ihn ausgesucht,
um sich in dieser unserer Gestalt zu verwirklichen.
Wir sollten den Mut haben, das durchzustehen, und uns nicht ständig
einen anderen Platz wünschen, eine vermeintlich bessere Situation.
Unser Aufenthalt hier auf dieser Erde ist ein Akt Gottes.
Es ist nicht unser Spiel, das wir hier spielen.
Es ist das Spiel Gottes, das er mit uns spielt.

„Du wirst deine Hände ausstrecken.“ Du brauchst keine Angst zu haben.
Strecke deine Hände aus! Du bist geführt.
Angst greift oft nach den älteren Menschen.
Aber Angst und Bedrohung können auch eine positive Wirkung haben,
indem sie ein Ja zu unserer Begrenztheit bewirken,
die uns unsere Abhängigkeit von Gott bewusst macht.
Angst wird zur heilsamen Erfahrung der Wahrheit
über die Begrenztheit und Sterblichkeit des Ich.
Strecke deine Hände aus!
Da ist einer, zu dem du die Hände ausstrecken kannst.
Er wird dich führen.

2018-11-29T20:38:18+00:00